Familiäre Bereitschaftsbetreuung

Kann ein Kind aufgrund einer akuten Krisensituation nicht in seiner Herkunftsfamilie bleiben, gibt es die Möglichkeit der Familiären Bereitschaftsbetreuung. Für eine begrenzte Zeit wird das Kind bei einer Bereitschaftspflegefamilie untergebracht, bis geklärt ist, wo es auf Dauer leben wird. Kann es zurück zur Herkunftsfamilie? Wird es in eine Dauerpflegefamilie vermittelt oder in ein Heim? Häufig sind die Kinder in Bereitschaftspflege "in Obhut" genommen worden, weil es eine Kindeswohlgefährdung in der Herkunftsfamilie gab.

Die Zeitperspektive in der Bereitschaftspflege spielt eine bedeutende Rolle. Auf der einen Seite muss vom Jugendamt die Lebenssituation des Kindes geklärt werden. Auf der anderen Seite soll das Kind so kurz wie möglich in der Bereitschaftspflegestelle bleiben. Den Konzepten der Jugendämter ist zu entnehmen, dass die Unterbringung in einer Bereitschaftspflegestelle nur wenige Monate dauern soll. Die Praxis zeigt jedoch, dass Bereitschaftspflege oft sehr viel länger dauert.

Für traumatisierte Kinder kann der Aufenthalt in der Bereitschaftspflege auch über längere Zeit sinnvoll sein, um dort ihre Traumatisierungen aufzuarbeiten und sich dann innerlich beruhigt auf eine neue Familie einlassen können.

(Quelle: Moses Online)